Moritz Schlick, um 1912
14. 4. 1882
Friedrich Albert Moritz Schlick in Berlin geboren.
Besuch der Schule und des Luisenstädtischen Gymnasiums in Berlin.
Nach dem Abitur Studien der Naturwissenschaften und Mathematik in
Heidelberg, Lausanne und Berlin.
1904
Dissertation bei Max Planck mit der Arbeit Über die Reflexion des Lichtes in einer inhomogenen Schicht.
1905-1907
Naturwissenschaftliche Studien in Göttingen, Heidelberg und Berlin.
1907
Heirat mit Guy Blanche Hardy in Massachusetts, USA. Erscheinen von Lebensweisheit. Versuch einer Glückseligkeitslehre.
Herbst 1907-1909
Zweijähriges Studium der Psychologie in Zürich, v. a. der Werke Gustav Störrings und Wilhelm Wundts, sowie Studium der Schriften von Henri Poincaré.


John Stuart Mill, Wilhelm Wundt, Oswald Külpe, Hermann v. Helmholtz,
Henri
Poincaré und Ernst Mach (v. l. o.)
Herbst 1910
Nach einem halbjährigen Aufenthalt in Berlin Übersiedelung nach Rostock.
Berlin um 1910
(v.l. Schloßbrücke und Berliner Dom, Unter den Linden)
Rostock um 1910 (v.l. Hauptgebäude der Universität, Marktplatz und Marienkirche)
Juni 1911
Habilitation zum Privatdozenten an der Universität Rostock mit der
Schrift "Das Wesen der Wahrheit nach der modernen Logik".
Zehnjährige Lehr- und Forschungstätigkeit in Rostock.
Freundschaft mit Albert Einstein. Schlick arbeitet als einer der
ersten über dessen Relativitätstheorie.
Februar 1914
Treffen mit dem Mathematiker und Logiker David Hilbert in Göttingen. Beitritt in die Kantgesellschaft.
April 1914
Neben seiner Lehrtätigkeit an der Universität Rostock gibt Schlick Psychologie- und Pädagogikveranstaltungen am Rostocker Konservatorium der Musik.
August 1914
Beginn des 1. Weltkrieges. Schlick wird aufgrund eines Herz- und Lungenleidens zunächst vom Kriegsdienst befreit. Mehrfach müssen die Schlicks in den Kriegsjahren Einquartierungen von Soldaten in ihrem Haus dulden.
1916
Philosophische Diskussionabende mit dem Zoologen Siegfried Becher und dem Physiologen Hans Winterstein.
März 1917
Im Zuge der sich verschlechternden Kriegssituation des Deutschen Reiches und mit Verabschiedung des Vaterländischen Hilfsdienstgesetzes wird Schlick für zwei Jahre in den Kriegsdienst eingezogen. Er arbeitet in einem physikalischen Labor auf dem Gelände der Königlichen Flugzeugmeisterei Adlershof-Johannisthal nahe Berlin.
Erscheinen von Raum und Zeit in der gegenwärtigen Physik. Zur Einführung in das Verständnis der allgemeinen Relativitätstheorie. Schlick wird der Professorentitel in Rostock verliehen.
Ende 1918
Kriegsende und Rückkehr nach Rostock. Erscheinen der Allgemeinen Erkenntnislehre.
Februar 1919
Wiederaufnahme seiner Lehrtätigkeit an der Universität Rostock.
Mai 1919
Tätigkeit in der Vereinigung fortschrittlich gesinnter Akademiker, die für grundlegende demokratische Reformen im Hochschulwesen eintritt.
November 1919
Während der Feierlichkeiten zum fünfhundertjährigen Jubiläum der Universität Rostock, gastiert Albert Einstein, dem die Ehrendoktorwürde verliehen wird, im Haus der Familie Schlick.
1921
Schlick wird außerordentlicher Professor mit Lehrauftrag für Ethik und Naturphilosophie in Rostock.
Oktober 1921
Berufung als ordentlicher Professor an die Universität Kiel.
1922
Universität Wien Anfang des 20. Jahrhunderts
Berufung Schlicks auf den Lehrstuhl für Naturphilosophie in
Wien als Nachfolger von Ludwig Boltzmann und Ernst Mach.
Vielfältiges Engagement in Beruf und Gesellschaft: Begegnung
mit Karl und Charlotte Bühler, Heinrich Gomperz, u.a.
Ludwig Boltzmann und Ernst Mach
Schlicks Appartement in der Prinz Eugen Straße in Wien
ab 1924
Schlick begründet einen wissenschaftlichen Diskussionszirkel, aus welchem der Wiener Kreis entsteht. Zu den regelmäßigen Teilnehmern zählen Rudolf Carnap, Otto Neurath, Herbert Feigl, Hans Hahn, Friedrich Waismann, Olga Hahn-Neurath, Karl Menger, Viktor Kraft, Philipp Frank, Gustav Bergmann und Kurt Gödel.
Im mathematischen Seminar der Universität Wien
fanden die Sitzungen des Wiener Kreises statt.
ab 1926
Begegnungen und Korrespondenz mit Ludwig Wittgenstein. Rege Lehr- und Forschungstätigkeit, Gastprofessuren in den USA und England. Der Diskussionszirkel des Wiener Kreises zieht zunehmend internationale Besucher an, darunter A.J. Ayer, W.V.O. Quine, Carl Hempel und Alfred Tarski.
ab 1929
Herausgeber der Reihe "Schriften zur wissenschaftlichen Weltauffassung" (zusammen mit Philipp Frank, 1929-37).
1930
Erscheinen von Fragen der Ethik.
1931/32
Gastprofessur Schlicks in Berkeley, California.
22.6.1936
Moritz Schlick wird von einem ehemaligen Studenten, Hans Nelböck, auf der Treppe der Wiener Universität ermordet.
Tatortsbesichtigung der Mordkommission (Hans Nelböck, jeweils Bildmitte mit Brille).
Auf diesen Stufen wurde Moritz Schlick ermordet. Heute erinnert eine Plakette an ihn.