Forschungs-stelle

Die Forschungsstelle wurde 1998 gegründet. Arbeitsschwerpunkte sind die Veröffentlichung von Schlicks Werk im Rahmen der Gesamtaus-gabe (MSGA) und die systematische Erforschung einer mit den Wissen-schaften verbündeten Philosophie.

Profil

Die Aufarbeitung von Leben, Werk und Wirkung des Philosophen und Physikers Moritz Schlick (1882–1936) im Kontext zeitgenössischer und aktueller erkenntnistheoretischer, wissenschaftsphilosophischer und ethisch-ästhetischer Debatten steht im Mittelpunkt der Arbeiten an der Moritz-Schlick-Forschungsstelle.

Moritz Schlick war einer der bedeutenden Philosophen des 20. Jahrhunderts. Als Vertreter der aufklärerischen Bewegung der »wissenschaftlichen Philosophie« und Begründer des historischen »Wiener Kreises« des logischen Empirismus hat er neben Rudolf Carnap und Otto Neurath entscheidende Impulse für die moderne analytische Philosophie und Wissenschaftstheorie gegeben. Daneben lieferte er wichtige Beiträge zu einer naturalistischen Ethik sowie zur Ästhetik und Kulturphilosophie.

Zeit seines Lebens stand Schlick mit zentralen Figuren der Wissenschaft und Philosophie der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wie Albert Einstein, Ernst Cassirer, Bertrand Russell oder Ludwig Wittgenstein, in einem intensiven Gedankenaustausch. Daneben hat er sich mit philosophiehistorisch bedeutsamen Figuren wie Immanuel Kant, David Hume, Friedrich Nietzsche und Arthur Schopenhauer beschäftigt und ihre Rezeptionsgeschichte mit bestimmt.

Schlicks nachhaltige Bedeutung für die Philosophie ist insbesondere darin zu sehen, dass er die zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor sich gehenden revolutionären Umbrüche in den Wissenschaften und die sich daraus ableitenden Erkenntnisse, insbesondere in der Physik und experimentellen Psychologie, aber auch in der Mathematik und Logik, zu nutzen wusste, um mit seinen Schriften philosophische Traditionen aufzubrechen und Wege in die Moderne zu ebnen.