Die Aufarbeitung von Leben, Werk und Wirkung des bedeutenden Philosophen und Physikers
Moritz Schlick (1882-1936) im Kontext zeitgenössischer und aktueller erkenntnistheoretischer,
wissenschaftsphilosophischer und ethisch-ästhetischer Debatten stehen im Mittelpunkt der Arbeiten an der
Moritz-Schlick-Forschungsstelle.
Edition und Nachlass
Im Rahmen eines internationalen Editionsprojekts werden für eine kritische
Gesamtausgabe die zu Lebzeiten veröffentlichten und ausgewählte nachgelassene Schriften Schlicks textkritisch
bearbeitet und kommentiert.
Dabei wird die Entwicklung der Texte in ihren jeweiligen Varianten rekonstruiert sowie Ereignisse, Personen und Diskussionen, die für das Verständnis der Texte und ihrer Entwicklungen unerläßlich
sind, erläutert. Schriften aus dem Nachlass Schlicks und seine umfangreiche Korrespondenz ergänzen die
Kommentierungen der Texte.
Biographie
Neben der Beschäftigung mit dem Werk Schlicks wird auch sein Lebensweg untersucht. Dies ist um so notwendiger,
da bis heute keine Gesamtbiographie vorliegt. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen dabei derzeit die frühen
Jahre Schlicks (1882-1907) sowie seine Rostocker Zeit (1910-1921).
Erkenntnistheorie und wissenschaftliche Philosophie
Schlicks Hauptwerk, die Allgemeine Erkenntnislehre (1918, 2. Aufl. 1925) und seine einflussreiche
Schrift zur Einsteinschen Relativitätstheorie Raum und Zeit in der gegenwärtigen Physik
(1917, 4. Aufl. 1922) werden im Zusammenhang mit erkenntnistheoretischen und wissenschaftsphilosophischen Debatten
der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der ersten drei Dezennien des 20. Jahrhunderts diskutiert.

Ästhetik und Ethik
Nach der Edition von Schlicks Lebensweisheit und den Fragen der Ethik
werden nunmehr aus dem Nachlass die Fragmente Der neue Epikur sowie
Die Philosophie der Jugend für die Veröffentlichung vorbereitet. Daneben
steht die Aufarbeitung von Vorlesungen und Vorträgen zu ethischen
Problemstellungen aus den Jahren 1909 bis 1936. Gleichfalls wird an
der Kommentierung des einzigen Aufsatzes zur Ästhetik (1909)
gearbeitet und dessen Bezugnahme auf entwicklungsgeschichtliche und psychologische
Fragen der Ästhetik untersucht.
Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung
Die Moritz-Schlick-Vorlesung, die seit 1998 jährlich von
einem Vertreter der analytischen Philosophie gehalten wird, liefert einen
nachhaltigen Beitrag zur Neubewertung Schlicks und seines
Einflusses auf die philosophische Entwicklung des 20. und 21. Jahrhunderts. Daneben dient die
Vortragsreihe Natur und Geist in Kooperation
mit der Universitätsbuchhandlung Weiland dem
Gedankenaustausch mit anderen Wissenschaftlern. Das Rostocker Moritz-Schlick-Symposion
bringt nationale und internationale Gelehrte zum Meinungsaustausch zusammen.
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