Abschlussarbeiten

Die Moritz-Schlick-Forschungsstelle bietet nach Themenabsprache die Möglichkeit, BA-, MA- und LA-Abschlußarbeiten mit aktuellem Forschungsbezug im Rahmen einer regelmäßigen Betreuung vermittelt durch das gesamte Forschungsprojekt anzufertigen.




Baccalaureusarbeiten:

Tobias Breidenmoser
Moritz Schlick und Rudolf Carnap. Der Ursprung der wissenschaftlichen Philosophie zwischen Konventionalismus und Neukantianismus

Die Charakterisierung des Logischen Empirismus als Verbindung der modernen Logik mit radikalem Empirismus wurde durch die Neuinterpretationen Michael Friedmans, Alan Richardsons u.a. in Frage gestellt. Diesen Interpretationen zufolge liegt die Innovation des Logischen Empirismus nicht im radikalen Empirismus, sondern in einer neuen Form des apriorischen Wissens. Dadurch steht der Ursprung der wissenschaftlichen Philosophie zwischen Empirismus und Kantianismus. Die Arbeit geht von der Debatte um den Apriorismus zwischen Hans Reichenbach und Moritz Schlick aus und stellt Schlicks Einfluss in dieser Frage auf Rudolf Carnap heraus. Die daraus resultierenden Folgerungen sollen ein neues Licht auf die Interpretation von Der Logische Aufbau der Welt werfen. Im Gegensatz zu älteren positivistischen und jüngeren neukantianischen Interpretationen soll die These vertreten werden, daß Carnaps Werk durch konventionalistische Elemente geprägt wurde, die sich vor allem bei Poincaré und Schlick finden.


Magisterarbeiten:

Steffen Kluck
Zur Gestaltpsychologie im Wiener Kreis

Von etwa 1890 bis 1933 entwickelte sich im deutschsprachigen Raum eine Richtung der Psychologie, die entgegen den atomistischen Tendenzen der traditionellen Theorien von den sogenannten ganzheitlichen Gestalten ausging. Dabei stand die Berliner Schule dieser Gestaltpsychologie um Max Wertheimer, Wolfgang Köhler und Kurt Koffka in einem brieflichen Austausch mit Moritz Schlick, der signifikante Einflüsse der Gestaltpsychologie auf dessen Werk belegt. Die Arbeit setzt sich daher das Ziel, den gemeinsamen Entstehungskontext der Philosophie Schlicks und der Gestaltpsychologie aufzuzeigen und deren Verhältnis zueinander darzulegen, wobei auch weitere Autoren aus dem Wiener Kreis, etwa Rudolf Carnap, und weitere Psychologen, etwa Karl Bühler, in ihrer Relevanz für das zu charakterisierende Verhältnis beachtet werden sollen.


Staatsexamensarbeiten:

Björn Henning
Moritz Schlick. Die Rostocker Jahre (1911-1922)

Moritz Schlick verbrachte ein gutes Jahrzehnt in Rostock. Hier verfaßte er seine bedeutendsten Werke, Die Allgemeine Erkenntnislehre und Raum und Zeit in der gegenwärtigen Physik. Die Arbeit möchte neben dem Philosophen vor allem die Person Schlick beleuchten. Dabei soll unter anderem der Pädagoge und engagierte Bildungsbürger in den Blickpunkt gerückt und sein Verhältnis zu Zeitgenossen aus Politik, Wissenschaft und Kultur untersucht werden. Darüber hinaus versucht die Arbeit ein Bild der 1910'er Jahre in Rostock aus der Perspektive Schlicks zu zeichnen. Dazu werden unter anderem nachgelassene Schriften (Korrespondenz, Notizhefte u.a.) und auf einschneidende Ereignisse seiner Zeit Bezug nehmende Artikel (z.B. Erster Weltkrieg) herangezogen.




zurück zu "Studium"